„…we’ve got holes in our hearts, we’ve got holes in our lives,
where we’ve got holes, we’ve got holes, but we carry on.” – Passenger

Gestern habe ich das Lied “Holes” von Passenger gehört und über den Text nachgedacht. Er hat so recht damit, dass wir alle Löcher in unseren Herzen und in unseren Leben haben. Oder wie man ja auch gerne sagt: „Jeder hat sein Päckchen zu tragen.“ So oft vergessen wir das und gehen davon aus, dass das, was wir über andere denken, stimmt und dass aber alle anderen annehmen sollen, dass wir unsere Löcher zwar haben, aber nicht offen zeigen. Doch wir haben keine Ahnung, welche Löcher die anderen haben und wie viele. Und Außenstehende können nicht sehen, wo unsere Löcher sind. Um das Verhalten von uns selbst und von anderen zu verstehen, müssen wir uns öffnen und anderen ermöglichen, sich zu öffnen. Das ist nicht leicht, da wir uns sicher fühlen, wenn wir unsere Verletzlichkeit für uns behalten. Wir haben Angst davor, preis zu geben, was uns widerfahren ist oder worunter wir leiden, und so machen wir einfach weiter und verdrängen es. Oder wir denken, es ist nicht angebracht, uns jetzt in dieser Situation und vor diesem Menschen zu öffnen.

Die US-Professorin Brené Brown ist Expertin in diesem Gebiet und kehrt unsere Verletzlichkeit sogar um. Sie sagt, dass unsere Verletzlichkeit eine Stärke ist und dass wir, wenn wir uns vor uns selbst verschließen, uns von unserem Sinn und unserer Bestimmung entfernen. Wir erleben außerdem mehr positive Gefühle, wenn wir uns verletzlich zeigen. Es bedarf Mut, sich über Konventionen und die Angst, abgelehnt zu werden, hinwegzusetzen. Aber nur dadurch, dass wir diesen Mut aufbringen, können wir ernsthafte Beziehungen eingehen.

Sicher geht es nicht darum, wildfremden Menschen oder jedem in jeder Situation sein komplettes Herz auszuschütten. Aber wir sollten öfter den Mut haben, denn damit geben wir auch dem Anderen die Möglichkeit, sich zu öffnen. Manchmal sind wir dann erstaunt, dass derjenige, der von außen so stark, so in sich ruhend, so sicher wirkt, ebenso wie wir selbst Löcher hat, mit denen er lebt.

In den Löchern kann, wenn wir sie anschauen und über sie reden, etwas Neues entstehen, das die Löcher verändert, verkleinert oder sogar schließt. Einige Löcher müssen auch bei uns bleiben, damit wir aus ihnen noch lernen und wachsen. Wir sollten sie aber nicht in uns verstecken und zudecken, denn dann brodelt es und macht uns übellaunig und krank.

Öffne Dich mit Deiner Verletzlichkeit, damit Du wachsen und etwas Neues entstehen kann und – BE YOUR BEST SELF!