Unser Gehirn und unser Körper sind schon wahre Wunderwerke: wir verbringen oft einen Großteil unseres Tages mit Dingen, die automatisiert ablaufen. Wir denken nicht bewusst darüber nach, und wir überlegen auch nicht, ob das, was wir da gerade tun auch Sinn macht. Oder ob wir es nur so tun, wie wir es tun, weil wir es schon immer so machen. Mir fällt dazu gerade ein schönes Beispiel ein:

Als meine Kinder noch im Kindergarten waren, habe ich sie immer mit dem Auto dorthin gebracht, da der Kindergarten etwas außerhalb lag. Und mehr als einmal ist es mir passiert, dass ich erst zu Hause gemerkt habe, dass ich die gesamte Rückfahrt weiter das Hörspiel oder die Kinderlieder gehört hatte. Das passierte einfach automatisch.
Ebenso ist es mit dem Autofahren selbst – es verautomatisiert sich mit der Zeit. Bei der ersten Fahrstunde war ich überwältigt von all den Dingen, die zu beachten waren. Gas, Kupplung, Bremse, Blinker, Licht, Schulterblick, und an was man sonst noch alles denken musste. Aber mit der Zeit lief es immer flüssiger und einfacher. Heute läuft das alles harmonisch ohne viel bewusstes Dazutun.

Wie in diesen beiden Beispielen, so läuft es in unserem Leben mit sehr vielen Dingen. Sie passieren einfach, ohne dass wir uns bewusst und aufmerksam darüber Gedanken machen. Und sehr oft ist das auch richtig so. Stellt Euch nur mal vor, wir müssten über alles jeden Tag aufs Neue bewusst nachdenken. Dann wäre schon das Aufwachen und Aufstehen tagesfüllend – ok, ich bin jetzt wach, was muss ich jetzt tun, ach so, die Augen aufmachen und mich strecken, dann ein Bein aus dem Bett, dann das andere, und jetzt, ah, hinsetzen, dann die Beine durchdrücken und aufstehen und so weiter. Ihr versteht schon. Bei all diesen Routinen ist es durchaus sinnvoll, dass sie automatisch ablaufen und wir uns dafür Programme oder Muster im Unterbewusstsein angelegt haben. Ansonsten würde uns der Alltag schier überfordern.

Die Kehrseite dieser Muster und auch unserer Glaubenssätze ist, dass sie nicht immer zielführend sind und nicht selten sogar einschränkend, limitierend und zerstörerisch. Bestimmte Glaubenssätze legen wir bereits in der Kindheit an. Zum Beispiel kann es sein, dass wir uns in Gruppen immer zurückhalten, weil unsere Eltern uns früher nie haben zu Wort kommen lassen oder uns das Gefühl gaben, dass wir ein gutes Kind sind, wenn wir still und zurückhaltend sind. Wenn uns dies immer und immer wieder zu verstehen gegeben wurde, dann haben wir es irgendwann für wahr und gültig befunden. Und obwohl wir nun älter sind, uns mit anderen Menschen umgeben und auch sicher einiges beizutragen haben, sind wir zurückhaltend und still, da unser Unterbewusst sein dieses Verhalten so abgespeichert hat.
So kann es auch sein, dass wir als Schüler zum Beispiel in Mathe mehrmals schlechte Noten geschrieben haben und uns dann auch der Lehrer noch sagte, dass wir wohl Mathe nicht verstehen. Und schon setzt sich das Ganze fest und beschert uns eine Abneigung zu Zahlen für den Rest unseres Lebens. Da wir uns damit verschließen, sind wir gar nicht mehr offen, um beim nächsten Thema eventuell zu zeigen, dass es nur daran lag, dass wir eine faule Phase hatten oder das Thema nicht verstanden hatten.

Erst wenn wir achtsam, aufmerksam und bewusst unser Handeln beleuchten und nicht mehr nur durch Reflex auf Situationen und Stimuli reagieren, können wir Glaubenssätze und Verhaltensmuster, die wir nicht mehr brauchen, aufdecken und lösen. Dann können wir auch für uns jetzt nützliche und sinnvolle neue Programme anlegen, indem wir unser Gehirn mit neuen positiven Worten und Verhaltensweisen füttern und so diese Dinge abspeichern.

Versuche doch auch einmal, Dir bewusst zu machen, wie Du in bestimmten Situationen reagierst und warum. Manchmal ist das alleine ziemlich schwer, falls Du also Unterstützung dabei möchtest, sag mir gerne Bescheid und – BE YOUR BEST SELF!